1998: Aktivitäten in Europa und den USA – Reise nach Indien und an die tibetische Grenze

Ein illustrierter Bericht von Pip und Janis über die Ereignisse im Frühling 1998 während ihrer Bemühungen, Hände zu sammeln und sie dem tibetischen Volk zu bringen.

Seit wir unser Kunstereignis „Give a Hand to Free Tibet“ begonnen haben, sind fast 20.000 Hände aus der ganzen Welt bei uns eingetroffen. Wir sind mit vielen Organisationen und Unterstützungsgruppen in Kontakt gekommen und haben natürlich unser Projekt auf diesen WWW-Seiten präsentiert. Durch all dies konnten wir vielen Zehntausenden Menschen Informationen über die dramatische Situation des tibetischen Volkes und ihres Landes unter der chinesischen Herrschaft überbringen.

Damit unsere Aktion wirkungsvoll den Druck auf die Vereinten Nationen und andere Machtzentren erhöhen kann, ist es wichtig, daß wir eine beeindruckende Anzahl Hände zusammenbekommen.

Hand to Free Tibet

© Katie Murphy

Hand to Free Tibet

© Cordula Fichter

Händesammlungen auf den Straßen in Europa und den USA

Am 8. März nahmen wir an der Europäischen Demonstration für Tibet in Paris teil, sammelten Hände und trafen Vertreter der tibetischen Exilregierung und viele internationale Aktivistinnen und Aktivisten. Dies war unser erstes Auftreten mit „Give a Hand“ außerhalb von Bielefeld.

Am 2. Juni, kurz vor unserer Weiterreise nach Nordindien, führten wir unsere Aktion vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York durch. Wir sammelten Hände auf dem Platz vor dem UN-Gebäude und im Bryant Park, wo wir die harte Finanzwelt während ihrer geschäftigen Mittagszeit mit dem Thema Tibet konfrontierten. Hierbei halfen uns Freiwillige der Tibetan Support Group und Musiker, einige von ihnen selbst aus Tibet.
Weitere Performances und Händesammlungen führten wir in Ohio am Cleveland Public Theatre während des 11. Cleveland Performance Art Festival durch.

Unseren besonderen Dank an die vielen Gruppen in aller Welt, die ähnliche Aktionen durchführten und uns überwältigend viele Hände als Ergebnis schickten.

Hand to Free Tibet

© Katie Murphy

Dharamsala

Am 10. Juni 1998 vor dem Tusglag-Khang-Tempel, dem Tempel Seiner Heiligkeit in Dharamsala, verstanden wir deutlicher, wofür wir im letzten Jahr so hart gearbeitet hatten. Von tibetischen Leuten an diesem Ort umgeben zu sein, war für uns ein unbeschreibliches Erlebnis. Die Unterstützung, die wir von ihnen erhielten, war großartig. Sie versammelten sich, um die Botschaften zu lesen, die Menschen aus aller Welt ihnen gesendet hatten – Menschen, die sie nicht vergessen haben und die sie und ihre Kultur lieben und respektieren. Diese Botschaften befanden sich auf den Papierhänden, die wir gesammelt hatten, und hingen nun an einer Schnur um den Tempel ähnlich tibetischen Gebetsfahnen. Die Anwesenden waren sichtlich berührt, viele äußerten spontan ihre Dankbarkeit und manchmal Überraschung. Jung und alt, Mönche und Laien, Einheimische und Touristen nahmen die Anregung schnell auf und gaben auch ihre Hand.

Hand to Free Tibet

© Cordula Fichter

Hand to Free Tibet

© Cordula Fichter

Hand to Free Tibet

© Cordula Fichter

Hand to Free Tibet

© Katie Murphy

Nahe der tibetischen Grenze

Aufgrund der militärischen Konzentration in der unruhigen Grenzgegend dürfen Ausländer nicht an den Ort reisen, den wir ursprünglich für unsere Performance ins Auge gefaßt hatten. Auf Anraten von Herrn Sonam Tsering, Erster Vertreter der tibetischen Exilregierung in der Region Ladakh, entschlossen wir uns, das Projekt in der Flüchtlingssiedlung von Choglamsar nahe der tibetischen Grenze durchzuführen. Diese Entscheidung eröffnete uns eine sehr gute Möglichkeit, unsere Arbeit gemeinsam mit tibetischen Menschen zu machen. Und es war ein perfekter Ort, um die Papierhände vorzuführen, die wir aus 80 Ländern der Welt mitgebracht hatten, und um ein Zeichen der Hoffnung zu hinterlassen in Form unserer großen Handskulptur, die dort täglich sichtbar sein würde. Mit ihr hoffen wir zum Heilungsprozeß sowohl für die Menschen in Tibet als auch für die im Exil lebenden beizutragen.
In Choglamsar wurden wir wunderbar von den Siedlungsbewohnern unterstützt, von kleinen Kindern bis zu alten Menschen, unter ihnen Repräsentanten des Tibetischen Jugendkongresses und der Tibetischen Frauenvereinigung. Zusammen bauten wir eine etwa 27×21 m [Originalangabe: 90×70 Fuß, Ed.] große Hand, die sich in Richtung Tibet ausstreckt und den Spruch „FREE TIBET“ [befreit Tibet] trägt. Es ist eine Tradition in dieser Gegend des Himalaya, Gebete und Zeichen mit Schriftzügen aus geweißten Steinen auf Berghängen zu formen.

Unsere Hand wurde am 28. Juni fertiggestellt, und wir veranstalteten eine Zeremonie mit mehreren hundert Menschen und erleuchteten die Hand mit Hunderten von Öllampen. Wir fädelten alle mitgebrachten Papierhände an einer Schnur auf und formten mit ihnen eine Kette um die Handskulptur. Die Menschen sangen die tibetische Nationalhymne und riefen dann Slogans für Seine Heiligkeit den Dalai Lama und für die Freiheit Tibets.

Wir sammelten außerdem etwa 2.000 Hände, die wir in Europa zeigen werden – Hände, die von der Ungerechtigkeit und dem Schmerz der Vertreibung und Entrechtung sprechen. Nach der Zeremonie nahmen wir die Kette wieder ab, so daß wir mit den Papierhänden zurückkehren konnten, um sie dem Dalai Lama am 1. November in Schneverdingen (Norddeutschland) zu überreichen.

Vielen Dank all den Menschen

die uns bereits ihre Hand geschickt haben – laßt die Aktion weitergehen!

Hand to Free Tibet

© Cordula Fichter

Hand to Free Tibet

© Cordula Fichter

Hand to Free Tibet

© Cordula Fichter

Hand to Free Tibet

© Cordula Fichter

Hand to Free Tibet

© Cordula Fichter